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Was lehrt uns das Museum des Scheiterns über den Kapitalismus?

Jeder weiß, dass Thomas Edison 2.000 Wege entdeckte, eine Glühbirne herzustellen, ohne sie selbst zu produzieren. James Dyson baute 5.126 Prototypen, bevor er mit seinem Staubsauger mit Doppelzyklon-Technologie den großen Durchbruch schaffte. Apple stand in den 1990er-Jahren kurz vor dem Bankrott, weil seine PDAs Newton und Macintosh LC nicht mit den Produkten von Microsoft oder IBM konkurrieren konnten. Produktmisserfolge sind nichts, wofür man sich schämen oder was man verheimlichen sollte – im Gegenteil, sie sind ein Grund zum Feiern. Unternehmer müssen weiterhin sinnvolle Risiken eingehen, auch wenn diese manchmal scheitern, damit die Gesellschaft Fortschritte erzielen und einige der größten Probleme der Welt lösen kann. Die Stärke des Kapitalismus liegt darin, dass er Experimente durch Versuch und Irrtum fördert, da es in vielen Fällen unmöglich ist, vorherzusagen, was Konsumenten wollen.
Die Fähigkeit, Risiken einzugehen und unkonventionelle Ideen frei zu verfolgen, ist der einzige Weg zu erfolgreicher Innovation. Das Museum of Failure in Washington, D.C., verdeutlicht dieses grundlegende Phänomen, indem es zahlreiche gescheiterte Unternehmen präsentiert – einige ihrer Zeit voraus, andere lediglich Ausrutscher in den Produktlinien ansonsten sehr erfolgreicher Firmen. Reason sprach mit Johanna Guttmann, einer der Organisatorinnen der Ausstellung, über die Bedeutung des Scheiterns und darüber, wie manche Branchen, wie beispielsweise die Technologiebranche, besser daraus lernen als andere. Hier sind einige der attraktivsten Produkte, die in der Ausstellung präsentiert werden:
Mattel brachte Skipper, Barbies kleine Schwester, erstmals 1964 auf den Markt. In den 1970er-Jahren entschied das Unternehmen jedoch, Skipper erwachsen werden zu lassen. Eine neue Version von Skipper erschien – quasi zwei Puppen in einer – ein echtes Schnäppchen! Doch wenn man Skippers Arme hebt, werden ihre Brüste größer und höher. Offenbar sind junge Mädchen (und ihre Eltern) nicht an einer Puppe interessiert, die gleichzeitig Teenager und Erwachsene ist. Skipper hatte jedoch einen kurzen Auftritt im Barbie-Film in dem Baumhaus, das sie mit Mickey (einer schwangeren Barbie und ebenfalls einem Flop) teilte.
Der Walkman revolutionierte in den 1980er-Jahren das Musikhören unterwegs. 1983 brachte Audio Technica den tragbaren Plattenspieler AT-727 Soundburger auf den Markt. Man konnte damit überall Schallplatten hören, aber im Gegensatz zum Walkman musste der Soundburger flach hingelegt werden, um zu funktionieren – man konnte ihn also nicht mitnehmen. Außerdem war er sperrig und schützte die Schallplatten nicht. Doch das Unternehmen überlebte und produziert heute einen tragbaren Bluetooth-Player für Schallplattenliebhaber.
Der Hawaii-Stuhl (auch Hula-Stuhl genannt), der 2010 vom Time Magazine zu den „50 schlechtesten Erfindungen“ gezählt wurde, soll angeblich die Bauchmuskeln während des Büroalltags trainieren. Die kreisende Bewegung des Stuhlgestells soll den Nutzer in eine ruhige Umgebung „versetzen“ und gleichzeitig den Rücken entspannen. Tatsächlich fühlt es sich aber eher wie ein Flug in einem turbulenten Flugzeug an. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass sich Mitarbeiter während des Arbeitstages bewegen. Stehpulte oder sogar Laufmatten sind dabei weniger ablenkend (und praktischer).
2013 brachte Google eine smarte Brille mit integrierten Kameras, Sprachsteuerung und einem revolutionären Bildschirm auf den Markt. Einige Technikbegeisterte sind bereit, 1.500 US-Dollar für einen Test auszugeben, doch es bestehen ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Art der Datenerfassung. Allerdings befindet sich eine neue Google Glass mit Augmented-Reality-Technologie in der Entwicklung. Hoffen wir, dass dieses Produkt nicht ein ähnliches Schicksal erleidet.
Bildnachweis: Eden, Janine und Jim, CC BY 2.0 über Wikimedia Commons; Polygoon-Profilti (Produzent) / Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid (Beobachter), CC BY-SA 3.0 NL, über Wikimedia Commons; NotFromUtrecht, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons; Evaluator en.wikipedia, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons; mageBROKER/David Talukdar/Newscom; EyePress/Newscom; Brian Olin Dozier/ZUMAPRESS/Newscom; Thomas Trutschel/Photo Alliance/photothek/Newscom ; Jaap Arriens/Sipa USA/Newscom; Tom Williams/CQ Roll Call/Newscom; Bill Ingalls – NASA über CNP/Newscom; Joe Marino/UPI/Newscom; Stellen Sie sich China/Newswire vor; Pringle-Archive; Envato-Elemente. Musikalische Kompositionen: „Dove“ Laria Se”, Silvia Rita, via Artlist, „New Car“, Rex Banner, via Artlist, „Blanket“, Van Stee, via Artlist, „Busy Day Ahead“, MooveKa, via Artlist, „Presto“ “, Adrian Berenguer, via Artlist und „Goals“ von Rex Banner, via Artlist.


Veröffentlichungsdatum: 20. Oktober 2023